Ja, ich mag meinen Beruf. Gründe hierfür gibt es zahlreiche. Einer davon ist, dass ich viel reisen kann und das nicht nur mit dem Auto.
Flughäfen und die dazugehörigen Flugzeuge gehören mittlerweile zu Orten, an bzw. in denen ich eine Menge Zeit verbringe. Und eben diese Zeit nutze ich gerne, um eine Tageszeitung intensiv zu lesen. Vor zwei Tagen bin ich in der FAZ auf einen Artikel gestoßen, der mich zu diesem Beitrag inspiriert hat. Der Artikel behandelte das Thema „Depression“.
„Nicht noch einer“ werden Sie jetzt vielleicht denken. Die letzten Tage waren voll davon. Schließlich ist eine Person des öffentlichen Lebens dieser Krankheit auf tragische Weise zum Opfer gefallen. Und auch wenn mich als bekennender Fußballfan mit zahlreichen anderen das Schicksal von Robert Enke beschäftigt hat, soll es im Folgenden nicht um ihn gehen. Vielmehr geht es um alle Arbeitnehmer und Menschen, die sich immer wieder in Situationen finden, die sie selbst als leidvoll oder quälend empfinden.
Viele Menschen leiden darunter, dass sie sich bevormundet und dominiert fühlen – familiär oder beruflich. Den Ausweg suchen sie im Widerstand oder der Rebellion. Gegenüber ihren Mitmenschen werden solche Menschen oft als unangenehm dominant und als Besserwisser wahrgenommen. Wieder andere beschäftig die ganze Zeit, ob sie gut genug sind – für was auch immer. Das führt dazu, dass sie sich immens anstrengen, um sich nicht völlig wertlos zu fühlen. Dennoch beurteilen sie ihre Leistungen nie als ausreichend. Im schlimmsten Fall verausgaben sie sich dermaßen, dass sie die Bedürfnisse des eigenen Körpers vernachlässigen. Kommt es zu einem Misserfolg, kann es zu einen Zusammenbruch kommt, der im Krankhaus enden kann.
In den Augen von Psychoanalytikern sind solche Auffälligkeiten Folgen unbewusster Konflikte. „Die“ beschriebenen und andere „Symptome haben die Funktion, das konfliktbedingte Leid zu mindern“ sagt Gerd Rudolf, Psychosomatiker an der Universität Heidelberg. Der Zusammenbruch hat also die Funktion, die Überforderung zu beenden, die man sich abverlangt: eine Person, die sich für eine perfekte Leistung bis zum Zusammenbruch verausgabt, leidet u.U. unter einem „Selbstwertkonflikt“, den man besser beobachten sollte.
Sollten Sie sich jetzt zumindest in kleinen Teilen wiedergefunden haben, dann ist das höchstwahrscheinlich noch kein Anzeichen einer Depression, jedoch ein klares Anzeichen, dass Sie sich mal wieder ein wenig um sich selbst und ihren Körper kümmern sollten. Was halten Sie denn von einem schönen Wellness-Wochenende mit ihrem Partner, oder einer schweißtreibenden Fahrradtour? Ganz gleich was sie machen – machen Sie etwas. Spätestens danach werden Sie wissen wozu es gut war.
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