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Wenn einmal eine Idee im Raum steht, dann gibt es oft kein Halten mehr. Es entsteht ein regelrechter Flow und innovative Detailvorschläge fliegen wild durch den Raum. Das macht Spaß, ist gut und wichtig. Nur was passiert danach? Oftmals werden Pläne gemacht, was wie und wann etwas umgesetzt wird. Dabei wird vergessen: Jede Idee ist erstmal nur eine Vermutung. Und wenn eine Vermutung auf einer anderen falschen Vermutung fußt, landen Unternehmen und Teams schnell auf dem Holzweg. Ideendiät bedeutet, den Süßigkeitenschrank dort anzubauen, wo Sie erstmal nicht so leicht herankommen. Statt alle Ideen und Details gleich umzusetzen, verschlanken Sie Ihre Innovation: Kreieren Sie ein Minimum Viable Product (MVP) und packen Sie aktuell nicht Überlebenswichtiges in den Backlog!

Die 4 Schritte der Feedbackschleife „Entwickeln-Messen-Lernen“

Build Measure Learn Loop
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Der Strategiegedanke hinter der Entwicklung eines Minimum Viable Products (MVPs) liegt darin, breites und schnelles Feedback von den Nutzern zu bekommen, ohne das Produkt bereits zu seiner vollen Marktreife ausgearbeitet zu haben. Es wird eine minimale Menge von Features definiert, die notwendig ist, das herauszufinden, was die Nutzer möchten. Das MVP ist Teil einer übergeordneten 4-Punkte-Strategie aus der Lean Startup-Methode nach Eric Ries: Dem Build-Measure-Learn Feedback Loop.

Schritt 1 – Ein Experiment planen

Von Produkteigenschaft, über Kundenservice-Praktiken bis hin zu Preisstrategien: Entwickeln Sie zunächst eine Idee, die Sie testen möchten. Überlegen Sie welche Informationen das Experiment liefern soll, von denen Sie wirklich lernen können. Sie tun dies, indem Sie eine Hypothese entwickeln, also Ihre Prognose dessen, was während des Experiments geschehen wird. Als nächstes entscheiden Sie, was Sie messen müssen, um Ihre Hypothese zu testen. Planen Sie, wie Sie Ihre Daten erfassen. Interviews, Umfragen, Website-Analysen und spezialisierte Softwareprogramme sind gängige Methoden zur Datenerfassung.

Schritt 2 – Ein „Minimum Viable Product“ bauen

In Schritt 2 wollen Sie ein Minimum Viable Product (MVP) erschaffen – also das schlankeste Produkt, das es Ihnen ermöglicht, Ihre Hypothese zu testen. Dies kann ein funktionierender Prototyp sein oder eine einfache Werbe- bzw. Startseite (Landing Page) sein. Zeigen Sie in einem Video, was Sie anbieten. Machen eine Powerpoint Präsentation, nutzen Sie ein Storyboard oder einen Beispieldatensatz. Welches MVP Sie auch immer wählen, es muss gerade genügend Kernfunktionen aufweisen, um das Interesse von Frühanwendern (Early Adopters) zu wecken – also die Menschen, die Ihr Produkt wahrscheinlich sofort nach der Markteinführung kaufen wollen.

minimum viable product

Schritt 3 – Die Ergebnisse messen

Hier messen Sie die Ergebnisse, die Sie in Schritt 2 erhalten haben. Vergleichen Sie Ihre Hypothese mit dem, was tatsächlich vor sich ging. Gibt es genügend Interesse an Ihrer Idee, um sie weiterzuentwickeln? Zeigen die Daten, dass Sie in der Lage sein werden, ein nachhaltiges Geschäft rund um Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung aufzubauen?

Schritt 4 – Aus den Ergebnissen lernen

Glückwunsch! Sie haben die letzte Phase erreicht und sind damit in der Lage, fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen. Sie wissen genau, was als nächstes zu tun ist und haben im Grunde zwei Möglichkeiten:

  1. Durchhalten (Persevere): Ihre Hypothese war richtig, also entscheiden Sie sich, mit den gleichen Zielen weiterzumachen. Sie wiederholen die Feedbackschleife, um Ihre Idee kontinuierlich zu verbessern und zu verfeinern.
  2. Umschwenken (Pivot): Das Experiment hat Ihre Hypothese widerlegt, aber Sie haben trotzdem wertvolles Wissen darüber gewonnen, was funktioniert und was nicht. Sie können beispielsweise ein einzelnes vielversprechendes Feature Ihres MVPs herauspicken, dieses als Grundlage für ein anderes Produkt verwenden („Zoom-out-Pivoting“), dieses am selben Produkt weiterentwickeln („zoom-in pivoting“), sich auf einen anderen Kundentyp konzentrieren („customer segment pivoting“) oder einen neuen Vertriebskanal („channel pivoting“) finden.

In jedem Fall beginnt der Build-Measure-Learn Feedback Loop nach der Lernphase von neuem.

 

 

Auf einen Blick

  • Ein Minimum Viable Product (MVP) ist eine Entwicklungstechnik, bei der ein neues Produkt oder eine neue Website mit ausreichenden Funktionen entwickelt wird, um die ersten Anwender zufrieden zu stellen. Der endgültige, vollständige Funktionsumfang wird nur unter Berücksichtigung des Feedbacks der ersten Benutzer des Produkts entworfen und entwickelt.

Der Build-Measure-Learn Feedback Loop:

  • Schritt 1: Planen Sie Ihr Experiment: Lernen, messen und bauen Sie – einschließlich der Entwicklung einer formalen Hypothese.
  • Schritt 2: Entwickeln Sie ein tragfähiges Minimalprodukt (Minimum Viable Product) und testen Sie es.
  • Schritt 3: Messen Sie die Ergebnisse anhand Ihrer Hypothese, um zu entscheiden, ob Sie ein rentables Geschäft rund um Ihr Produkt entwickeln können.
  • Schritt 4: Lernen Sie aus Ihren Ergebnissen und entscheiden Sie, ob Sie weitermachen oder umschwenken wollen.

 


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