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Pairing: Vier Augen sehen mehr als zwei

Seit Wochen sitzt Timo an einer neuen Strategie für das Online-Marketing. Immer wieder zweifelt er: „Habe ich wirklich an alles gedacht? Sind die Personas klar ausgearbeitet? Spricht der Content-Plan wirklich die richtige Zielgruppe an?“

Eines Tages schlägt Timos Chef ihm vor, nicht länger alleine zu arbeiten. In einer Zeit, in der sich die Möglichkeiten des Online-Marketings fast täglich erweitern, scheint die Aufgabe einfach zu komplex. Und so bekommt Timo eine Kollegin aus dem Kundenmanagement an die Seite gestellt. Als Kundenmanagerin steht sie sonst immer im direkten Kontakt mit den Kunden. Sofort hat sie Vorschläge, die Personas realistischer werden zu lassen. Sie schauen gemeinsam auf die KPIs, diskutieren Ideen für bessere Inhalte und deren Verbreitung. Schließlich entwickeln sie eine Strategie, die Chefs und Team restlos überzeugt.

Pairing

Wir nannten es Partnerarbeit.

Was die Geschichte von Timo und Mona beschreibt ist eine wichtige, aber häufig ignorierte agile Praktik: Das Pairing. Wie die meisten agilen Praktiken, stammt auch das Pairing aus der Softwareentwicklung, genauer ist die sogenannte „Paarprogrammierung“ eines der 12 Prinzipien des Extreme Programming (XP). In der Schule haben Sie vermutlich „Partnerarbeit“ dazu gesagt.

Das Konzept ist simpel: Beim Pairing arbeiten zwei Personen gemeinsam an derselben Aufgabe, beispielsweise an einem Softwareproblem auf einem Computer. Dies fördert eine bessere Kommunikation, eine bessere Klärung des Problems und ein besseres Verständnis einer möglichen Lösung. Die Person, die Maus und Tastatur steuert, wird als „Driver“ bezeichnet. Die andere Person, die neben dem Fahrer sitzt und dafür sorgt, dass die Lösung effektiv und effizient umgesetzt wird, wird als „Navigator“ bezeichnet. Die Partner wechseln dabei regelmäßig und häufig die Rollen.

Zwei Leute bezahlen, um einen Job zu machen?

Stellen Sie sich eine Organisation vor, in der alle Kollegen in Paaren arbeiten. Programmierer arbeiten mit anderen Programmierern, und Marketingmanager arbeiten mit anderen Marketing-Managern. Sie sitzen zusammen und arbeiten jede Aufgabe gemeinsam durch. Bei vielen Führungskräften läuten an dieser Stelle die Alarmglocken. Sie sehen Verschwendung und Ineffizienz und befürchten eine krachende Kostenexplosion.

Was lässt sich hier erwidern? Zunächst einmal liegt die Wahrheit, wie so häufig, in der Mitte. In klassischen Managementtheorien geht es darum, Mitarbeiter als Ressourcen einzusetzen, um Aufgaben wiederholt und effizient auszuführen. In vielen Arbeitsbereichen ist diese Logik noch aktuell. Sie passt allerdings nicht so sehr in das anbrechende Zeitalter der Wissensarbeit. Während repetitive Jobs immer öfter von Maschinen ersetzt werden, steigt die Komplexität für die verbliebenen und neuen Tätigkeiten.

 

Batman und Superman

Beim Pairing lernen alle fortwährend mehr dazu, besonders wenn die Lernpartner regelmäßig wechseln. Sie lernen von den Stärken, Erfahrungen und sogar Schwächen des anderen. Wenn jemand eine Idee hat, muss er sie seinem Partner erklären, laut denken, die Vision artikulieren und Fragen beantworten. Kontinuierliches Lernen wird so elementarer Teil des Arbeitsprozesses.

Vorteile des Pairings

  • Größerer Wissensaustausch zwischen den Mitgliedern
  • Bessere Produktqualität
  • Effektive Kommunikation
  • Höherer Teamgeist
  • Geringere Abhängigkeit von bestimmten Personen
  • Effektivere Einbeziehung neuer Teammitglieder
  • Keine separaten Reviews erforderlich

Tolle Aussichten: Mehr Freude im Job

Als lernende Organisation werden Unternehmen widerstandsfähiger und zukunftssicherer. Statt vereinzelt auf Spezialwissen sitzen zu bleiben, ermöglicht Pairing den Kollegen mehr Gemeinschaft und persönliches Wachstum.

Auf einen Blick

  • Pairing ist eine zentrale Praktik des agilen Arbeitens, bei der Teamwork Vorrang hat.
  • Das Hase und Igel-Prinzip: Beim Pairing werden in der Entwicklung eines (Teil-)Produkts zeitliche Verluste bewusst in Kauf genommen.
  • Vorteile sind: hohe Qualität, effektive Kommunikation, höherer Teamgeist, geringere Abhängigkeit von bestimmten Personen, effektivere Einbeziehung neuer Teammitglieder, größerer Wissensaustausch zwischen den Mitgliedern, Korrektur und Nacharbeiten werden hinfällig

 


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