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Home Office – Aus den Augen, aus dem Sinn?

Die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Die Vorteile des Home Office liegen auf der Hand: Unternehmen sparen gerne Bürokosten, erhoffen sich ein konzentriertes Abarbeiten wichtiger Aufgaben und werden durch eine gelebte Vertrauenskultur als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen. Viele Mitarbeiter können gut und gerne auf nervige Arbeitswege verzichten, schätzen eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie und auch die Distanz zu störenden Elementen, wie ungeliebten Chefs oder lauten Kollegen. Aber es gibt auch Mitarbeiter, die von ihren Kollegen persönlich etwas lernen wollen, und andere, die berichten, dass sie zu Hause weniger engagiert und motiviert sind.

Vor zwei Monaten kündigte Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, an, noch in diesem Jahr einen Rechtsanspruch auf Home Office für Arbeitnehmer durchzusetzen. Laut Ministerium bekommen nur zwölf Prozent der deutschen Festangestellten ihren Wunsch nach flexiblerer Arbeit erfüllt, obwohl 40 Prozent theoretisch von zu Hause aus arbeiten könnten.

Home Office in agilen Teams

Im Kontext der modernen Arbeitswelt ist das Home Office schon nicht mehr wegzudenken. Agiles Arbeiten wird hierbei häufig in einem Atemzug genannt. Dabei gibt es gute Gründe, Beschäftigte in agilen Teams den 60 Prozent zuzuordnen, die besser im Büro aufgehoben sind. Die Anhänger von agilen Organisationskulturen verweisen hier gerne auf die von Softwareentwicklern im Jahr 2001 formulierten agilen Werte und Prinzipien im so genannten Agilen Manifest. Danach sei das persönliche Gespräch die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb des Teams zu übermitteln.

Home Office

Tatsächlich wird auch von nicht-agilen Psychologen, Kommunikationsexperten und Personalern immer wieder hervorgehoben, dass in verteilten Teams ein reduzierter Informationsfluss vorherrscht. In unseren Kommunikationstrainings heben wir immer wieder hervor, dass das persönliche Gespräch der direkteste Weg der Kommunikation ist. Sicher kann auch über einen Messenger oder in einem Telefongespräch viel gesagt werden. Die Chancen, einen Menschen und das was dieser sagt, wirklich zu verstehen, erhöhen sich jedoch merklich, wenn auch Stimmungen, Mimik, Gestik und Körpersprache wahrgenommen werden. Ein Videochat mag das zum Teil auch abdecken, doch geht nichts über den persönlichen und physisch-präsenten Austausch.

Und die Kehrseite?

Natürlich ist die direkte Zusammenarbeit an einem Ort selbst auch kein Garant für eine effektive Kommunikation. Denn wie jeder weiß kann die Zusammenarbeit selbst dann scheitern, wenn sich alle Teammitglieder am selben Ort befinden. Entscheidend für die erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Kommunikationsfähigkeit an sich und das Bewusstsein, dass jede Nachricht auf unterschiedliche Weisen interpretiert werden kann. So kann der erhöhte Organisationsaufwand von verteilten Teams sogar ein Treiber für eine effizientere Kommunikation und Koordination sein. Zum Beispiel könnte ein Jour Fixe unter erschwerten Remote-Bedingungen plötzlich viel disziplinierter ablaufen.

Home Office

Kollaboration und Kommunikation sind unerlässlich und herausfordernd. Weder Technologie und Tools können alle Probleme lösen, noch die schlichte Zusammenarbeit am gleichen Ort. Jedes Team hat unterschiedliche Einschränkungen und Probleme, und kein Ansatz wird für alle funktionieren. Aber auch hier gibt es eine großartige agile Praktik: Die Retrospektive. Hier sprechen agile Teams regelmäßig und in kurzen Abständen, wie sie ihre Zusammenarbeit und Kommunikation verbessern können und eine Lösung finden, die zu ihnen passt. Und wenn das Team einmal gar nicht mehr weiter weiß, kann es sich ja mal einen externen Kommunikationsexperten einladen.

Daher hier noch einmal zusammengefasst.

Vorteile des Homeoffice

  • Bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf
  • Konzentriertes Abarbeiten wichtiger Aufgaben
  • Arbeitsweg wird eingespart, Zeit gewonnen
  • Keine Störungen durch Mitarbeiter, z.B. im Vergleich zum Großraumbüro
  • Kostenreduktion
  • Positiver Effekt auf die Arbeitgebermarke
  • Förderung der Vertrauenskultur im Unternehmen

Nachteile des Homeoffice

  • Fähigkeit zu Selbstmanagement und damit Neinsagen notwendig
  • Negative Wirkung auf das Gemeinschaftsgefühl, weil der Kontakt zum Unternehmen/Team ist eingeschränkt ist
  • Hohe Anforderungen an Datensicherheit und IT-Infrastruktur
  • Informationsfluss ist reduziert
  • Schwierige Koordination und erhöhter Organisationsaufwand
  • Gefahr von Selbstausbeutung und Isolation
  • Arbeitszeitkontrolle nur eingeschränkt möglich

 


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