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ATD Conference 2019

Albrecht Kresse auf der ATD Conference 2019. Tagebuch, Tag 2.

Es ist Montagabend in Washington. Jannis und ich laufen erschöpft durch die „Altstadt“ und haben gerade eine methodistische Kirche mit dem Supreme Court verwechselt. Der Tag begann mit Oprah Winfrey, die ein paar allgemeine Weisheiten zum Thema Sinn des Lebens zum Besten gegeben hat und das Zeitmanagement und den Moderator der Veranstaltung vor einige Herausforderung gestellt hat. Aber super sympathischer Auftritt.

Der Kongresstag endete für mich mit einem nicht gerade berauschenden Vortrag über Subject-Matter Experts und wie man sie dazu bringt, dass sie ein bißchen vernünftigere – heißt didaktisch sinnvolle – Trainings machen. Das ist ja genau unser Business, und ehrlich gesagt war ich hier doch ziemlich enttäuscht. Wirkte irgendwie zwar sympathisch, war aber ein 90er-Jahre-Konzept. Die Folien sahen so aus, also ob auch die beiden Kollegen mal dringend Unterstützung gebrauchen könnten. Interessant an diesem Workshop, der in Wirklichkeit kein Workshop war: Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt, und das, obwohl es die letzte Veranstaltungsrunde des Tages war.

In den USA ist die Zusammenarbeit zwischen Instructional Designern und den inhaltlichen Experten ja schon lange auch formalisiert im Designprozess für Lernveranstaltung. Bei uns kommt diese saubere Rollentrennung erst nach und nach an. Aber ich spule mal zurück zum Anfang des Tages.

Albrecht Kresse auf der ATD Conference 2019. Tagebuch, Tag 1.

Washington im Mai 2019. Meine Wetter-App hatte mich vorgewarnt, aber irgendwie hatte ich keine realistische Vorstellung von 27 Grad. Washington ist also nicht nur warm, sondern richtig heiß, und ich bin erst mal nach einem sehr entspannten Flug sehr müde. Am Sonntag geht es dann richtig los. Ich bin noch nicht sicher, ist das jetzt Pre-Conference oder schon Conference?

Auf jeden Fall starte ich mit einem Vortrag, in dem es um Gehirnforschung, Gedächtnis, Lernen und Überzeugen geht. Carmen Simon hält einen sehr guten Vortrag, der von Anfang an durch unglaublich schöne und intelligent gestaltete Folien und Filme besticht. Am Ende ist klar: Das ist auch das Kerngeschäft von ihrem Unternehmen.

Zeiterfassung

EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung: Wie agil ist der 8-Stunden-Tag?

Am Dienstag hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Arbeitgeber fortan die täglich geleistete Arbeitszeit aller Beschäftigten erfassen müssen. Das Ziel des Urteils ist die Einhaltung des in der EU-Grundrechtecharta verankerten Arbeitsrechts, wonach jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer das Recht auf eine Begrenzung der Höchstarbeitszeit, auf tägliche und wöchentliche Ruhezeiten sowie auf bezahlten Jahresurlaub eingeräumt wird.

Die Gewerkschaften begrüßen das EuGH-Urteil „als klare Schutzmaßnahme“, da die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeiterfassung den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen die Durchsetzung ihrer Interessen und Rechte erleichtere. Laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) sind im Jahr 2018 zwei Milliarden Überstunden angefallen, die Hälfte davon unbezahlt.

Arbeitgeberverbände befürchten hingegen das Wiedererstarken der fast schon überwunden geglaubten „Stechuhren-Mentalität“, bei der Beschäftigte pünktlich um 18 Uhr den Stift fallen lassen bzw. den Computer herunterfahren.

Scrum

SCRUM – Die Sprint-Methode

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Komplexe Vorhaben lassen sich nur schwer von Anfang bis Ende durchplanen. Denn das Einzige, was bei einem Großprojekt konstant ist, ist die stetige Veränderung des Produkts und der Arbeitsbedingungen. Um auch in diesem vermeintlichen Chaos den Überblick zu behalten und handlungsfähig zu bleiben, haben sich Methoden des „Agilen Projektmanagements“ bewährt. Diese basieren auf kontinuierlichen Feedbackschleifen, die dazu dienen, die aktuellen Gegebenheiten zu prüfen und so auf Veränderungen und Probleme im Entwicklungsprozess rechtzeitig reagieren zu können. Die populärste Methode ist Scrum.

Delegation Poker

Delegation Board: Wer entscheidet was?

Delegation ist ein häufiges Thema im Bereich Führung und Zusammenarbeit. Häufig kommt es zu Konflikten zwischen Führungskraft und Team, weil nicht klar ist, bei welchem Thema wieviel Abstimmung oder Konsens notwendig ist. Führungskräfte fürchten oft einen Kontrollverlust, wenn sie überlegen, Teams die Möglichkeit zur Selbstorganisation zu geben. Und kreative Netzwerker wissen häufig nicht, wie sie sich selbst organisieren sollen. Ein Delegation Board (von manchen auch Empowerment Board genannt) ermöglicht es Teams, die Übertragung von Aufgaben und Projekten zu klären sowie das Verantwortungsbewusstsein der Führungskräfte sowie der Mitarbeiter zu fördern.

Minimum Viable Product (MVP): Die Ideendiät

Wenn einmal eine Idee im Raum steht, dann gibt es oft kein Halten mehr. Es entsteht ein regelrechter Flow und innovative Detailvorschläge fliegen wild durch den Raum. Das macht Spaß, ist gut und wichtig. Nur was passiert danach? Oftmals werden Pläne gemacht, was wie und wann etwas umgesetzt wird. Dabei wird vergessen: Jede Idee ist erstmal nur eine Vermutung. Und wenn eine Vermutung auf einer anderen falschen Vermutung fußt, landen Unternehmen und Teams schnell auf dem Holzweg. Ideendiät bedeutet, den Süßigkeitenschrank dort anzubauen, wo Sie erstmal nicht so leicht herankommen. Statt alle Ideen und Details gleich umzusetzen, verschlanken Sie Ihre Innovation: Kreieren Sie ein Minimum Viable Product (MVP) und packen Sie aktuell nicht Überlebenswichtiges in den Backlog!

User Story

User Stories: Als Taxifahrergast möchte ich…

Stellen Sie sich vor, Sie wollen mit ihrem Smartphone ein Taxi bestellen. Sie stehen an einer Kreuzung, nutzen die praktische App und diese zeigt Ihnen an, wie viele Taxis in Ihrer Nähe zur Verfügung stehen. Leider wird „Nähe“ hier anders definiert, als Sie vielleicht gedacht haben. Denn es werden alle Taxis im Umkreis von 20 km angezeigt. Jetzt können Sie munter drauflos scrollen, um das passende Taxi zu buchen. Sie fragen sich „Wer zum Henker hat diese App programmiert?“ und rufen doch lieber den Taxifunk an. Damit es gar nicht erst soweit kommt, nutzen agile Entwicklungsteams User Stories.

Nutzerzentrierung

Nutzerzentrierung – Warum Kunden auf Reisen gehen

Das Sprichwort „Der Kunde ist König“ ist allgemein bekannt: Die Interessen des Kunden sollten bei jeder Unternehmung im Mittelpunkt stehen und serviceorientierte Mitarbeiter erfüllen auch so manchen Extrawunsch. Auf den ersten Blick scheint Kunden- bzw. Nutzerzentrierung schon immer die oberste Maxime gewesen zu sein. Trotzdem sprechen im Zuge der digitalen Transformation plötzlich mehr Menschen von der Notwendigkeit, die Nutzer eines Produkts mehr ins Zentrum zu rücken. Was ist passiert?

Pairing

Pairing: Vier Augen sehen mehr als zwei

Seit Wochen sitzt Timo an einer neuen Strategie für das Online-Marketing. Immer wieder zweifelt er: „Habe ich wirklich an alles gedacht? Sind die Personas klar ausgearbeitet? Spricht der Content-Plan wirklich die richtige Zielgruppe an?“

Eines Tages schlägt Timos Chef ihm vor, nicht länger alleine zu arbeiten. In einer Zeit, in der sich die Möglichkeiten des Online-Marketings fast täglich erweitern, scheint die Aufgabe einfach zu komplex. Und so bekommt Timo eine Kollegin aus dem Kundenmanagement an die Seite gestellt. Als Kundenmanagerin steht sie sonst immer im direkten Kontakt mit den Kunden. Sofort hat sie Vorschläge, die Personas realistischer werden zu lassen. Sie schauen gemeinsam auf die KPIs, diskutieren Ideen für bessere Inhalte und deren Verbreitung. Schließlich entwickeln sie eine Strategie, die Chefs und Team restlos überzeugt.

Agiles Arbeiten, Fehlerkultur

Wo ist der Fehler? Tipps für eine gelungene Fehlerkultur

Was haben Herzschrittmacher, Penicillin und Kartoffelchips gemeinsam?

Sie wurden alle durch Fehler geschaffen. Hinter diesen Produkten stehen unfreiwillige Erfinder, deren ursprüngliche Ideen in der Umsetzung gescheitert sind. Heute blickt die Menschheit auf diese Erfindungen zurück, um zu sehen, dass vermeintliche Misserfolge eigentlich Triumphe waren. Misserfolge, Fehler, Pannen – sie alle spielen eine wichtige Rolle und helfen beim Lernen und Wachsen. Zu häufig bestrafen Unternehmen bzw. Teams jedoch Fehler. Das Ergebnis einer solchen Fehlerunkultur sind übervorsichtige, schüchterne und nervöse Kollegen: Kein Umfeld, in dem neue Ideen gedeihen können. Innovative Unternehmen hingegen fördern eine Kultur, bei der die Aufmerksamkeit auf der Beseitigung des Fehlers und nicht auf dem Identifikation des Verursachers liegt.

Spinat Lerntransfer

Was Spinat mit Lerntransfer zu tun hat

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum Wochenmarkt. Um Spinat zu kaufen. Also holen Sie einen ganzen Korb voll – schließlich soll die ganze Familie satt werden. Sie dünsten Zwiebeln und braten Knoblauch an, haben vielleicht noch einen feinen Fond zubereitet und geben nun die Spinatblätter in die große Pfanne. Der versierte Hobbykoch ahnt es bereits: Von der großen Menge Spinat bleibt am Ende der Garzeit maximal eine Handvoll übrig.

Scrum

Agile Praktiken, die Ihre Arbeit flexibler und produktiver machen

Die neue Arbeitswelt macht auch vor dem Thema Lernen und Training nicht halt. Wer vom Nutzen agilen Projektmanagements überzeugt ist, virtuelle Teams nicht bei Star Trek vermutet und wer Remote Feedback nicht für eine Einstellung auf dem Smartphone hält, dem ist schon längst klar: Auch die Personalentwicklung muss sich an die New Work Environment anpassen.