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Wo ist der Fehler? Tipps für eine gelungene Fehlerkultur

Was haben Herzschrittmacher, Penicillin und Kartoffelchips gemeinsam?

Sie wurden alle durch Fehler geschaffen. Hinter diesen Produkten stehen unfreiwillige Erfinder, deren ursprüngliche Ideen in der Umsetzung gescheitert sind. Heute blickt die Menschheit auf diese Erfindungen zurück, um zu sehen, dass vermeintliche Misserfolge eigentlich Triumphe waren. Misserfolge, Fehler, Pannen – sie alle spielen eine wichtige Rolle und helfen beim Lernen und Wachsen. Zu häufig bestrafen Unternehmen bzw. Teams jedoch Fehler. Das Ergebnis einer solchen Fehlerunkultur sind übervorsichtige, schüchterne und nervöse Kollegen: Kein Umfeld, in dem neue Ideen gedeihen können. Innovative Unternehmen hingegen fördern eine Kultur, bei der die Aufmerksamkeit auf der Beseitigung des Fehlers und nicht auf dem Identifikation des Verursachers liegt.

Innovationen brauchen Mut

InnovationenEine urbane Legende erzählt die Geschichte einer ganz speziellen Klassenarbeit. Im Deutschunterricht erhalten die Schüler die Aufgabe, aufzuschreiben, was Mut ist. Die Klassenarbeit ist auf zwei Stunden angesetzt, doch ein Schüler gibt bereits nach zwei Minuten ab. Der Lehrer schaut ungläubig. Auf dem Arbeitsblatt des Schülers steht in großen Buchstaben: „Das ist Mut!“. Der Lehrer war beeindruckt von der Cleverness des Schülers und vergab eine Eins mit Sternchen.

Mut ist ein zentraler Wert des agilen Arbeitens. Seit der Kindheit und im Besonderen seit der Schule sind die meisten von uns darauf konditioniert, dass Fehler etwas schlechtes sind und höchstwahrscheinlich bestraft werden. Damit die Kreativität sprudelt, also lösungsorientiertes Denken und Handeln einkehrt, ist es wichtig dem Team die Angst vor Bestrafung zu nehmen. Regelmäßige Feedbackschleifen und ein offenes Miteinander verhindern, dass aus Mut Übermut wird bzw. in Selbstüberschätzung ausartet.

Die Bewertung, ob eine bestimmte Handlung fehlerhaft oder genau richtig war, liegt allzu oft im Auge des Betrachters. Viele Irrtümer und Fehler werden aus einer bestimmten Perspektive einfach nicht gesehen, aber aus einem anderen Kontext heraus sehr wohl.

 

4 Tipps für eine gelungene Fehlerkultur

  • Vertrauen und Sicherheit aufbauen. Als Mitarbeiter möchte ich mich sicher fühlen, um etwas neues zu probieren. Der Schlüssel ist gegenseitiges Vertrauen.
  • Voneinander lernen. Als Mitarbeiter möchte ich sehen, dass alle mal Fehler machen und dass das Team durch das Teilen dieser Erfahrungen profitiert.
  • Feedback fordern und geben. Je früher und je konkreter das Feedback ausfällt, desto effektiver ist der Lernprozess und damit der Verbesserungsprozess.
  • „Mach doch einfach mal!” Ziel ist es, eine Kultur zu fördern, die von Lernen, Kreativität und Offenheit geprägt ist. Die Mitarbeiter sollten angeregt werden, ihre Ideen auch umzusetzen, auszutesten und aus unvermeidbaren Fehlern zu lernen.

 

4 Tools für eine gelungene Fehlerkultur

  • Eine Fail Wall ist ein Board auf dem Teammitglieder Situationen beschreiben, in denen sie gescheitert sind, was sie gelernt haben und mit ihrem Namen unterschreiben.
  • Celebration Grids sind eine visuelle Möglichkeit, das Ergebnis eines Experiments darzustellen, unabhängig davon, ob dieses Experiment erfolgreich war oder nicht. Es zeigt uns, wo wir die guten Praktiken feiern können, die sich aus einem positiven Ergebnis ergeben, und wo wir etwas aus unseren Fehlern gelernt haben. Celebration Grids machen deutlich wann Lernen stattfindet und sind ein Instrument, das in vier Schritten zu einer gesunden Fehlerkultur führt:
    1. Planen Sie Experimente – klein dafür regelmäßig
    2. Kalkulieren Sie bewusst Fehler ein
    3. Machen Sie Ihre Ergebnisse sichtbar
    4. Werten Sie Ihre Ergebnisse nach folgenden Fragen aus:
    – Was haben wir gut gemacht?
    – Was haben wir gelernt?
    – Was wollen wir das nächste Mal variieren?
  • Retrospektiven sind Teamtreffen, bei denen es darum geht, aus der Vergangenheit zu lernen. Dazu schauen die Teammitglieder gemeinsam zurück und bewerten, was gut und was schlecht gelaufen ist. Außerdem analysieren sie, warum Dinge gut oder schlecht waren, um so Verbesserungsmaßnahmen ergreifen zu können.
  • Fuckup-Nights sind inszenierte Events auf denen Gründer beziehungsweise Projektmanager Geschichten des Scheiterns erzählen. Sie haben einen hohen Unterhaltungswert und fördern das gegenseitige “voneinander lernen”.

 


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